64 Jahre Consumenta!

Von der Premiere im Jahr 1952 bis heute erlebte die Consumenta eine rasante Entwicklung

2013 feierte die Consumenta, Bayerns große Einkaufs- und Erlebniswelt, ihren 60. Geburtstag! Grund genug, um die Entwicklung der Consumenta von den Anfängen in den 50er Jahren bis heute einmal Revue passieren zu lassen.

1952 wurde der Grundstein für eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte gelegt

Im Jahr 1952 wurde im alten Nürnberger Messegelände am Leipziger Platz von Helmuth Könicke sen., dem damaligen Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Ausstellungen GmbH (AFAG), der Grundstein für die heutige Consumenta gelegt. Die Messe ging damals als Herbstausstellung für Konsumgüter an den Start und erhielt schon wenig später den Namen „Die Einkaufstasche“. Bayerns erste Messe dieser Art nach Kriegsende weckte bei der Bürgern Neugier und zählte bei der Premiere 25.000 Besucher.

In den ersten Jahren wurde die Messe noch nicht jährlich durchgeführt, erst Mitte der 50er Jahre entschloss man sich für den jährlichen Turnus. In den Anfangsjahren wendete sich die Veranstaltung vor allem an die Hausfrau und zeigte Neuheiten für den Haushalt und die Küche, die nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren auf reges Interesse stießen. Schon in den ersten Jahren setzten die Veranstalter auf Sonderschauen, z.B. zum Thema „Tipps für die Hausfrau“. Im Laufe der folgenden Jahre wurde das Angebot der Messe ständig erweitert. Neben Haushaltstechnik und Nahrungsmitteln gehörten bald auch Bekleidung und Möbel zum Angebot. Besondere Anziehungspunkte der ersten Jahre waren die Messestände, auf denen die Aussteller kostenlose kulinarische Kostproben anboten. Auch bei den Vorführungen der neuesten Küchengeräte bildeten sich regelmäßig Menschentrauben.

Der Name der Messe „Die Einkaufstasche“ wurde in den 50er Jahren für eine erfolgreiche Promotion-Aktion aufgegriffen. So wurde damals jedem tausendsten Besucher eine Einkaufstasche als Geschenk überreicht, die prall gefüllt war mit Produkten von Ausstellern der Messe. Die Aktion erwies sich vom Start weg als Renner und in den 60er Jahren durfte sich sogar jeder 500. Messebesucher über eine solche Einkaufstasche freuen. Der Bekanntheitsgrad der Messe stieg nun von Jahr zu Jahr und in den Folgejahren legten mit zunehmendem Wohlstand auch die Besucherzahlen weiter zu. Es folgte Besucherrekord auf Besucherrekord und 1960 wurden bereits 50.000 Besucher gezählt. Die 100.000-Marke wurde bereits im Jahr 1967 erstmals überschritten und dieser Aufwärtstrend sollte sich auch in den Folgejahren weiter fortsetzen.

Namensänderung im Jahr 1970

Im Jahre 1970 war die Consumenta geboren, denn die Veranstalter entschieden sich, den nicht mehr zeitgemäßen Namen der Messe zu ändern. Aus der Einkaufstasche wurde die Consumenta, in Anlehnung an eine Messe mit vergleichbarem Angebot, die die AFAG 1969 unter gleichen Namen in München durchgeführt hatte. Die Consumenta war mittlerweile auf eine Ausstellungsfläche von 21.000 qm angewachsen und stieß im alten Messegelände am Nürnberger Stadtpark an ihre Kapazitätsgrenzen.

Zeitgleich zur 20. Consumenta erfolgte 1973 der Umzug ins neu erbaute Messezentrum in Nürnberg-Langwasser. Das neue Messegelände bot genügend Ausstellungsfläche und Parkplätze. Die Rahmenbedingungen für ein weiteres Wachstum der Consumenta waren damit geschaffen. Das neue Messezentrum bewährte sich hervorragend und in der Folge setze sich das Wachstum der Consumenta rasant fort. Mehr Aussteller, neu hinzugekommene Angebotsbereiche und interessante Erlebnisbereiche wie das bei den Kids beliebte Consumenta-Kinderland sorgten dafür, dass die Consumenta auch für andere Messeveranstalter eine Vorbildfunktion übernahm.

Besucherrekord im Jahr 1989

In den 80er und 90er Jahren pendelte sich die Zahl der Aussteller bei 800 bis 900 ein. Inzwischen war auch die Marke von 200.000 Besuchern längst übersprungen. In den 80er und 90er Jahren pendelte sich die Zahl der Aussteller bei 800 bis 900 ein. Inzwischen war auch die Marke von 200.000 Besuchern längst übersprungen. Ein Meilenstein in der Geschichte der Consumenta war schließlich das Jahr 1989, das der Consumenta einen Besucheransturm ungeahnten Ausmaßes bescherte. Zeitweise mussten wegen des Ansturms sogar Messehallen wegen Überfüllung gesperrt werden. Am Ende wurden rund 270.000 Besucher gezählt – ein Rekord, der bis heute Bestand hat. Die im gleichen Jahr erfolgte Grenzöffnung zur ehemaligen DDR bescherte der Consumenta neue Besucher aus den angrenzenden Bundesländern Sachsen und Thüringen. Mit Promotion-Aktionen wurde dort für einen Besuch der Nürnberger Consumenta geworben, denn derartige Messen waren bis dato in der ehemaligen DDR noch unbekannt. Die intensiven Werbemaßnahmen trugen Früchte und viele Besucher aus Thüringen und Sachsen nutzten die Consumenta zum Shoppingbummel und waren vom riesigen Angebot der Messe beeindruckt. Doch relativ schnell etablierten sich überall in den neuen Bundesländern eigene Publikumsmessen, was natürlich Auswirkungen auf die Consumenta hatte.

Nach den Spitzenergebnissen Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre folgten in den nächsten Jahren gravierende Veränderungen im Markt und beim Konsumverhalten, die auch an der Consumenta nicht spurlos vorübergingen. In den neuen Bundesländern fanden nun überall eigene Verbrauchermessen und Regionalmessen statt, die Fahrt in den Westen hatte ihren Reiz verloren. Deutschland machte eine Wirtschaftskrise zu schaffen, das Ende namhafter Großunternehmen im Raum Nürnberg und vieler mittelständischer Betriebe machte Schlagzeilen. Geschäftsaufgaben im Einzelhandel, steigende Arbeitslosenzahlen und eine deutliche Zurückhaltung beim privaten Konsum waren weitere Folgen dieser Entwicklung. Verschärft wurde für viele Betriebe die Situation durch die wachsende Bedeutung der neuen Medien. Insbesondere das Internet veränderte nachhaltig das Konsumverhalten.
Den ungünstigen Rahmenbedingungen zum Trotz konnte sich die Consumenta auch in diesen schwierigen Jahren gut im Markt behaupten. Zwar gingen die Besucherzahlen – wie bei allen Publi-kumsmessen - weiter zurück, doch während der Consumenta herrschte in den Messehallen eine Art Sonderkonjunktur, weil sich das besondere Messeflair positiv auf das Kaufverhalten auswirkte. Davon konnte der Großteil der Aussteller profitieren und die Erfahrungen haben gezeigt, dass für den Erfolg einer Publikumsmesse die Besucherzahlen kein alleiniger Maßstab sind. Entscheidend ist vor allem die Qualität der Besucher, die ein ernsthaftes Kaufinteresse mitbringen und die sich ganz gezielt auf der Messe informieren und orientieren möchten.

Konzeptionelle Neuorientierung bildet die Basis für die Zukunft

Bei den veranstaltenden AFAG Messen und Ausstellungen hat man frühzeitig erkannt, dass die Consumenta in der alten Form keine Zukunft hat, wie AFAG-Geschäftsführer Heiko Könicke im Vorfeld der Jubiläumsmesse betont: „Die Ansprüche der Konsumenten sind gestiegen und eine Consumenta steht heute im Wettbewerb mit einer Vielzahl anderer Veranstaltungen. Deshalb arbeiten wir in unserem Haus sehr intensiv an der Entwicklung neuer Konzepte und der Erschließung neuer Zielgruppen. Wir beobachten den Markt und suchen nach neuen Themen, greifen aktuelle Trends auf und holen neue Partner ins Consumenta-Boot. So binden wir u.a. verstärkt die Landkreise und Kommunen der Metropolregion Nürnberg aktiv in das Messegeschehen ein und das mit großem Erfolg für die Beteiligten, wie die Beispiele des Landkreises Roth oder die Städte-Beteiligungen von Neumarkt und Fürth zeigen. Dass die gesamte Region bei der Consumenta immer mehr in den Mittelpunkt rückt, findet bei den Besuchern und Ausstellern eine gute Resonanz. Statt auf Eintopf setzen wir verstärkt auf ein erlesenes Menü aus Special Interest-Themen mit dem Charakter einer „Messe in der Messe“. Wir erreichen dadurch eine stärkere Profilierung der Gesamtveranstaltung Consumenta und heben die hohe Informationsqualität der Messe hervor. Die Verbraucher suchen nach Orientierung, denn sie sind mit einem unüberschaubar gewordenen Markt und einem riesigen Produktangebot konfrontiert. Mit ihrem vielfältigen Angebot, speziellen Fachforen und kostenlosen Vorträgen sowie den vielen Informations- und Beratungsmöglichkeiten ist die Consumenta eine wertvolle Hilfe. Sie erleichtert die Kaufentscheidungen und bietet den Besuchern einen echten Mehrwert. Parallel zu den konzeptionellen Veränderungen wurde auch das äußere Erscheinungsbild der Consumenta modernisiert. Es wurde ein neues Logo mit einem großen roten C als Wiedererkennungswert entwickelt und für die wichtigsten Themen- und Angebotsbereiche der Messe wurden eigene Icons gestaltet. Unterschiedliche Farbkennungen der Angebotsbereiche ermöglichen einen besseren Überblick über das Angebot. Darüber hinaus legen wir besonderen Wert auf einen professionellen Internet-Auftritt und seit einiger Zeit ist die Consumenta auch im sozialen Netzwerk Facebook vertreten“, so AFAG-Geschäftsführer Heiko Könicke.

Haben Messen wie die Consumenta im Zeitalter des Internet überhaupt eine Zukunft?

Mit dieser Frage sieht sich AFAG-Chef Heiko Könicke immer wieder konfrontiert. „Ein eindeutiges Ja!“ lautet seine Antwort und er hat dafür gute Argumente: „Alle Versuche, eine reine Internetmesse zu etablieren, sind bislang gescheitert. Beim Besuch einer realen Messe wie der Consumenta profitiert der Besucher von einem konzentrierten Angebot unter einem Dach und unschlagbaren Vorteilen. Der Verbraucher kann auf der Messe Produkte und Preise direkt vergleichen, ohne von Händler zu Händler fahren zu müssen. Er kann das Produkt in die Hand nehmen und vom Fachmann erklären und vorführen lassen. Dazu bekommt er eine persönliche und individuelle Beratung, die auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Nach dem Kauf auf der Messe hat der Kunde einen direkten Ansprechpartner, da die ausstellende Firma in den meisten Fällen in der Region ansässig ist. Auch dies ist im Vergleich zum unpersönlichen Kauf im Internet ein entscheidender Vorteil des Mediums Messe“, so Könicke.